Verordnung (EU) 2023/1542
Die EU-Batterieverordnung
Listrar-Zusammenfassung
Batterien bekamen ihren Pass vor allen anderen. Ab Februar 2027 muss jede Traktionsbatterie, jede Industriebatterie über 2 kWh und jede Batterie für leichte Verkehrsmittel, die in der EU in Verkehr gebracht wird, einen eigenen digitalen Pass tragen — einzigartig für die einzelne Batterie, mit QR-Code, auflösbar. Die Verordnung verlangt zudem Erklärungen zum CO₂-Fußabdruck, Mindestanteile an Rezyklat und eine Sorgfaltspflicht in der Lieferkette, die bereits gilt. Sie ist der funktionierende Prototyp all dessen, was die ESPR verallgemeinert.
Für wen gilt sie?
- Hersteller und Produzenten von Batterien, die in der EU in Verkehr gebracht werden, einzeln oder in Produkte eingebaut
- Lieferanten von Batteriezellen und -modulen (Art. 39)
- Einführer und Händler (Art. 41–42)
- Wirtschaftsakteure mit mehr als 40 Mio. € Umsatz, für das Kapitel zur Sorgfaltspflicht (Art. 48–53)
- Fulfilment-Dienstleister (Art. 43)
Wesentliche Pflichten
- Batterien mit den Angaben nach Art. 13 und Anhang VI kennzeichnen und mit QR-Code versehen
- Den CO₂-Fußabdruck von Traktions- und Industriebatterien erklären, gestaffelt nach Batterieklasse
- Mindestanteile an Rezyklat für Kobalt, Blei, Lithium und Nickel einhalten, mit Dokumentation
- Eine Sorgfaltspflichtenpolitik für Rohstoffe betreiben — Kobalt, Lithium, natürlicher Graphit, Nickel — von Dritten überprüft (Art. 48–51)
- Ab 18. Februar 2027: je einzelner Batterie einen Batteriepass erstellen und führen (Art. 77–78)
Wichtige Termine
- 28. Juli 2023
- Im Amtsblatt veröffentlicht
- 17. August 2023
- In Kraft
- 18. Februar 2024
- Wesentliche Bestimmungen gelten
- 18. August 2025
- Sorgfaltspflichten gelten — bereits verbindlich
- 18. Februar 2027
- Batteriepass erforderlich: Traktion, LMT, Industrie > 2 kWh
Erfasste Produkte
- Traktionsbatterien für Elektrofahrzeuge
- Batterien für leichte Verkehrsmittel — E-Bikes, Roller
- Industriebatterien über 2 kWh
- Gerätebatterien (Pflichten zu Kennzeichnung, Sammlung und Entnehmbarkeit; kein Pass)
- Starter-, Beleuchtungs- und Zündbatterien (SLI)
Pflichten nach Akteur
- Hersteller
- Konformität, Kennzeichnung, CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteil, der Pass selbst (Art. 38)
- Zell-/Modullieferant
- Dem Hersteller die Daten liefern, die der Pass benötigt (Art. 39)
- Einführer
- Konformität und Vorhandensein des Passes prüfen, bevor in Verkehr gebracht wird (Art. 41)
- Händler
- Kennzeichnung und Unterlagen vor dem Verkauf prüfen (Art. 42)
- Große Akteure
- Sorgfaltspflichtenpolitik für Rohstoffe, überprüft von einer notifizierten Stelle (Art. 48–51)
Aufzubewahrende Dokumente und Nachweise
- Studien zum CO₂-Fußabdruck und ihre Berechnungsdateien, je Modell und Werk
- Dokumentation zum Rezyklatanteil, bis zu den Lieferanten rückverfolgt
- Sorgfaltspflichtenpolitik, Risikobewertungen und Prüfberichte Dritter
- Der Passdatensatz je Batterie, aktuell gehalten über die Lebensdauer der Batterie — einschließlich zweiter Nutzungsphase
Sanktionen und Risiken
- Sanktionen der Mitgliedstaaten (Art. 93) sowie Marktrücknahme nicht konformer Batterien
- Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht sind für sich genommen ein Grund für Beschränkungen (Art. 84)
- Ab 2027 darf eine Batterie ohne auflösbaren Pass überhaupt nicht mehr in Verkehr gebracht werden
Wichtige Artikel
- Art. 13 — Kennzeichnung und QR-Code
- Art. 38–44 — Pflichten von Herstellern, Lieferanten, Einführern, Händlern
- Art. 48–53 — Sorgfaltspflicht für Batterien: Politik, Risikomanagement, Prüfungen durch Dritte
- Art. 77–78 — der Batteriepass und seine technische Ausgestaltung
- Art. 93 — Sanktionen
Amtlicher Text
Zuletzt von Listrar geprüft: 14. August 2026