California HSC §25249.5 · EPR-Gesetze der Bundesstaaten
Proposition 65 & US-EPR-Registrierungen
Listrar-Zusammenfassung
Zwei sehr unterschiedliche kalifornische Erfindungen mit derselben Lehre: Der Zugang zum US-Markt führt zunehmend über Register. Proposition 65 verlangt einen klaren und angemessenen Warnhinweis, bevor Kalifornierinnen und Kalifornier wissentlich einem von rund 900 gelisteten Chemikalien ausgesetzt werden — durchgesetzt überwiegend von privaten Klägern mit 60-Tage-Anzeigen. Die EPR-Welle ist neuer: Verpackungsgesetze der Bundesstaaten (Kalifornien, Oregon, Colorado, Maine, Minnesota) verpflichten Hersteller, sich bei einer Herstellerverantwortungsorganisation zu registrieren, Materialdaten zu melden und öko-modulierte Gebühren zu zahlen — und Kaliforniens SB 707 dehnt das Modell auf Textilien aus. Keine PRO-Registrierung, kein Verkauf.
Für wen gilt sie?
- Prop 65: jedes Unternehmen mit 10 oder mehr Beschäftigten, das nach Kalifornien verkauft, unabhängig vom Sitz
- EPR: Hersteller und Markeninhaber verpackter Waren, die in teilnehmenden Bundesstaaten verkauft werden
- Online-Händler — beide Regelungen erfassen den E-Commerce ausdrücklich
- SB 707: Hersteller von Bekleidung und Textilien, die in Kalifornien verkaufen
Wesentliche Pflichten
- Prop 65: die chemischen Expositionen gegen die OEHHA-Liste kennen, Produkt für Produkt
- Prop 65: regelkonforme Warnhinweise anzeigen — die Kurzfassungsregeln wurden mit Wirkung 2025 verschärft, Übergangsfrist bis 2028
- EPR: sich vor der Anmeldefrist bei der PRO des Bundesstaates registrieren
- EPR: Zusammensetzung und Gewicht der Verpackungsmaterialien jährlich melden
- EPR: Gebühren zahlen, öko-moduliert nach Recyclingfähigkeit — Designentscheidungen werden zu Rechnungen
Wichtige Termine
- November 1986
- Prop 65 per Volksentscheid beschlossen; Warnhinweise seit 1988
- 2018
- Reform des „klaren und angemessenen Warnhinweises“ tritt in Kraft
- Januar 2025
- Änderungen zur Kurzfassung des Warnhinweises in Kraft; Übergangsfrist bis 2028
- 2025–2027
- Erste Registrierungs- und Meldewellen der Verpackungs-EPR: Oregon, Colorado, Kalifornien
- 2024 →
- Kalifornien SB 707: das erste US-Textil-EPR-Gesetz greift gestaffelt
Erfasste Produkte
- Prop 65: jedes Verbraucherprodukt, das Nutzer einer gelisteten Chemikalie aussetzen kann — Bekleidung, Schmuck, Elektronik, Möbel, Lebensmittelkontaktwaren
- EPR: Verpackungen und Papierprodukte in teilnehmenden Bundesstaaten; Textilien in Kalifornien nach SB 707
Pflichten nach Akteur
- Marke / Hersteller
- Gegen die Chemikalienliste prüfen oder zertifizieren; wo nötig warnen; bei PROs registrieren und melden
- Einführer / Händler
- Konformität der Vorstufen prüfen — die Haftung folgt der Kette nach Kalifornien
- Einzelhändler
- Warnhinweise korrekt anzeigen; Plattformen verlangen zunehmend Nachweise von der Vorstufe
- Online-Marktplatz
- Sicherstellen, dass Angebote Dritter die erforderlichen Warnhinweise tragen
Aufzubewahrende Dokumente und Nachweise
- Chemische Prüfberichte und Lieferantenzertifikate, jeder SKU zugeordnet
- Aufzeichnungen zu Warnetiketten: welcher Text, welches Produkt, seit wann
- PRO-Registrierungsnummern und jährliche Materialmeldungen je Bundesstaat
- Historie der 60-Tage-Anzeigen und etwaiger Vergleiche — sie prägen Ihr Risikoprofil
Sanktionen und Risiken
- Prop 65: bis zu 2.500 $ je Verstoß und Tag, zuzüglich Anwaltskosten — private Kläger reichen jährlich Tausende Anzeigen ein
- Vergleichskultur: Die meisten Verfahren enden mit bezahlten Vergleichen und Zusagen zur Umformulierung
- EPR: Der Verkauf nicht registrierter Produkte wird im Bundesstaat rechtswidrig; Gebühren und Strafen laufen auf
Wichtige Artikel
- HSC §25249.5 ff. — das Gesetz selbst
- OEHHA Prop 65 — die Chemikalienliste und die Warnhinweisvorschriften
- SB 54 (2022) — Kaliforniens Verpackungs-EPR-Gesetz
Amtlicher Text
Zuletzt von Listrar geprüft: 14. August 2026